Sunday, 19 January 2014

Das Auto, Settembre 1948, testo

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...und nun vom Volkswagen selbst!

(Frank Martin)

Kein Automobil hat in den Jahren vor dem Krieg soviel Aufsehen erregt, wie dieses damals im Entstehen begriffene Fahrzeug für die breite Masse, mit dem man das deutsche Volk in friedlicher und zweifellos auch kriegerischer Absicht motorisieren wollte. Jetzt kennt und schützt die ganze Welt den deutschen Volkswagen. Alle möchten ihn! Viele Tausende haben ihn bereits als „KdF.-Wagen“ gekauft oder dafür Sparmarken als Anzahlung geklebt und besitzen nun nur noch ein abgewertetes, fragwürdiges Guthaben auf dem Sperrkonto der verschwundenen KdF-Organisation, über dessen Schicksal die Siegermächte entscheiden. Daß damit nun der „schöne Traum“ nicht mehr verwirklicht werden kann, ist nicht Schuld des Volkswagenwerkes. Es war und ist nur die Fabrik, bei der KdF seinerzeit die Wagen bestellte, um sie mit erheblichem Zuschuß verkaufen zu können. Das konnte sich diese typisch nationalsozialistische Organisation leisten, denn sie schwamm ja im Gelde, das sie sich von den Werktätigen und auch sonst auf alle mögliche Art und Weise verschaffte. Die gutgläubigen KdF-Sparer haben somit keinerlei Ansprüche an das Volkswagenwerk.
Planung und Vorarbeiten für den Volkswagen dauerten über 4 Jahre. Mit verschiedenen Prototypen wurden Versuchsfahrten über insgesamt 2 500 000 km ausgeführt, ehe die Konstruktion von Prof. Dr. Porsche endgültig festgelegt wurde. Inzwischen entstand nach amerikanischen Vorbildern in Wolfsburg Europas größte und modernste Automobilfabrik zur Herstellung dieseis Volkswagens, mit der erst Ende 1939 begonnen werden konnte.


Geliefert wurden jedoch fast ausschließlich Kübelsitz-Wehrmachtswagen, die zwar auf der ursprünglichen Grundkonstruktion beruhten, jedoch durch abgeänderte Vorderradaufhängung größere Boden, freiheit erhielten. Das Gleiche erreichte man bei der Hinterachse durch ein Zusatzgetriebe mit selbsttätigem Sperrdifferential und erzielte damit außer verbesserter Steigfähigkeit (auf fester Straße bis 45%) in Verbindung mit einer härteren Federung die für militärische Zwecke notwendige Geländegängigkeit. Diese Eigenschaften finden wir auch bei der Volkswagen-Limousine, die als Spezial ausführung unter der Bezeichnung Typ 51 herauskommt und für Forstsowie Landwirte sehr vorteilhaft ist. Später kam dann noch der aus dem VW entwickelte Schwimmwagen hinzu, mit dem auch Flüsse und Seen überquert werden können.

Prof. Dr. Porsche faßte bei der Schaffung des Volkswagens alle bisherigen Erfahrungen im Autobau zusammen. Hauptsächlich Stauden bei dieser Neuschöpfung der bewährte, ideenreiche Tatra -Wagen mit luftgekühltem Boxermotor und dem torsionssteifen Zentralrohrr rahmen (der anfangs der 20er Jahre bei der allrussischen Zuverlässigkeitsfahrt unter schwierigsten Verhältnissen glänzend abschnitt) und die Mercedes-Benz - Heckmotor- Wagen Typ 130 H und 170 H Pate. So wurden dann die ersten Volkswagen-Prototypen bei Daimler-Benz in Stuttgart-Untertürkheim gebaut. Ebenso machte sich Prof. Porsche auch die mit dem von ihm gebauten Auto Union - Heckmotor - Rennwagen gemachten Erfahrungen (z. B. die Vorderradaufhängung ’ mit zwei Drehstabfedern) beim Volkswagen zunutze.

Der Bau eines wirklichen Volkswagens, d. h. eines billigen, geräumigen und doch leichten, unbedingt leistungsfähigen, sparsamen, sowie universell praktischen Kleinwagens ist wohl die schwierigste Aufgabe, die einem Automobil- konstrukteur gestellt werden kann. Schon viele haben dieses Problem mehr oder weniger erfolgreich zu lösen versucht. Es gibt tausend Möglichkeiten und Kombinationen, die gegeneinander abgewogen und aufeinander abgestimmt werden müssen, um zu einer fabrikatorisch einfachen Lösung zu kommen, die im Endeffekt nicht primitiv, sondern auf Jahre hinaus in jeder Hinsicht mit Vorsprung konkurrenzlos ist. (Ein derartig überragender Kleinwagen, bei dessen Konzeption der Konstrukteur völlig neue Wege ging, ist z. B. auch der sparsame, leistungsfähige und geräumige DKW-Frontantriebs-Wagen, mit seinem ungewohnlich einfachen Zweizylinder-Zweitaktmotor, der jetzt im Ausland zum Teil in Lizenz hergestellt oder mit gewissen Abweichungen und Verbesserungen bei sehr ähnlicher Grundkonstruktion in etwas anderer Aufmachung nachgebaut wird. D. Bed.)

Prof. Dr. Porsche entschloß sich zum Heckmotor, weil eine gleichmäßige, stets ausreichende Belastung der Antriebsachse für jeden Kleinwagen von ganz besonderer Bedeutung ist. Motor, Getriebe und Hinterachse lassen sich zu einem leicht zugänglichen, bequem zu produzierenden Aggregatblock zusammenfassen. Dabei fällt die Kraftübertragung von vorne nach hinten (Kardanwelle, Kreuzgelenk usw.) gewichts- und kostenmäßig fort. Diese Bauweise ist also zuverlässiger und gewichtsmäßig leichter sowie außerdem kraftsparend. Sie ermöglicht ferner, daß die Insassen zwischen den Achsen im besten Federungsbereich sitzen und für Sie die volle Wagenbreite zur Verfügung steht. Die Sicht wird günstiger und die Straßen- sowie Kurvenlage durch die Vorverlegung des Schwer- punktes entscheidend verbessert.

Der kurze, gedrungene Vierzylinder-Viertakt- Boxermotor ist raumsparender und leichter all ein Reihenmotor. Durch bequem einstellbare, mittels Stoßstangen und Kipphebel betätigte Hängeventile, Leichtmetall-Zylinderköpfe (je einen für 2 Zylinder) und Leichtmetallkolben werden Leistung und Verbrauch — allerdings mit entsprechendem Aufwand! — besonder günstig. Sehr vorteilhaft ist die Luftkühlung mittels Gebläse, dessen Antrieb allerdings etwas mehr Kraft, als der übliche Ventilator erfordert. Auch ist der Motorlauf nicht so gräuschlos wie bei Wasserkühlung, was aber beim Heckmotor nichts ausmacht, da Geräusdie, Wärme und Motordünste nach hinten entweichen. Viel wichtiger erscheint, daß keiue Frostgefahr mehr besteht, die Bedienung vereinfacht und die Zuverlässigkeit sowie Startbereitschaft durch die Luftkühlung erhöht werden. Durch den Fortfall von Kühler, Wasserputupe, Rohrleitungen und Kühlwasser wetden wiederum Kosten und Gewicht eingespart.

Im Luftstrom des Gebläses steht ein Ölkühler, der die innere Kühlung des Motors verbessert, wodurch er autobahnfest wird. Hinzu kommt ferner, daß die Gebläsekühlung entsprechend der Drehzahl stets für richtige Motortemperatur sorgt, und bei Kaltstart rasch die nötige, wirtschaftliche Betriebswärme erreicht wird. Endlich läßt sich auch noch ohne großen Aufwand für die kalte Jahreszeit eine sehr angenehme, hei Heckmotorwagen besonders notwendige Heizung des Wageninneren und der Windschutzscheibe durch die warme Kühlluft, welche nach Wunsch regelbar vorn Gebläse in den Wagen gedrückt wird, erzielen, wobei außerdem durch geringen Überdruck das Eindringen von kalter Luft vermieden wird.
Das angeblockte Getriebe mit 4 Gängen, die allerdings keine Synchronisierung besitzen, gestattet beste Ausnützung der Motorkraft und sparsamen Kraft stroff verbrauch bei ausgezeichneter Steigfähigkeit und im Verhältnis zur Motorleistung hoher Dauer- und Spitzengeschwindigkeit.
Einfach, robust und zuverlässig ist die außerordentlich wirksame Einzelrad-Abfederung der Vorderräder, die vom Auto-Union- Rennwagen stammt; da auch die Hinterräder der Pendelachse einzeln abgefedert sind, ist die Straßenlage selbst auf schlechter Fahrbahn und bei höherer Geschwindigkeit in Kurven  überraschend gut. Dazu kommt noch, daß die Einzelradlenkung mittels nicht zu hoch übersetzter Schnecke und geteilter Spurstange hervorragende Lenksicherheit bietet. Wenngleich die mechanische Vierrad-Fußbremse und die auf die Hinterräder wirkende, ebenfalls mechanische Handbremse vollauf genügen, wäre auch eine Öldruckbremse vorzuziehen. (Eine weitere, im Hinblick auf die Konkurrenz und den Export wünschenswerte Verbesserung wäre anch die Synchronisierung zumindest der beiden oberen Gänge. Die Red) Bemerkenswert, wenn auch nicht vollkommen neuartig, ist der aus Stahlblech gepreßte und verschweißte Kastenrahmen, wie wir ihn z. B. schon beim Adler-Trumpf finden. Allerdings ist beim Volkswagen beachtlich, daß die Unterseite völlig glatt ist, wodurch der Luftwiderstand verringert und die Reinigung erleichtert wird; gleichzeitig sind Brems-, Gas und Schaltgestänge usw. vor Verschmutzung und Beschädigung gut geschützt.
Zwar einfach aber nicht unschön, vor allem praktisch und geräumig ist die bequeme zwei-türige Stahlblech. Karosserie für 4 bis 5 Personen, die nur geringen Luftwiderstand bietet, was sich hinsichtlich Kraftstoffersparnis und Höchstgeschwindigkeit vorteilhaft bemerkbar macht. Zwischen den Hintersitzen
und dem Heckmotorraum befindet sich ein verhältnismäßig großer Kofferraum und außer-dem unter dem Rückfenster eine Ablage für kleineres Genürk. Auch unter der Vorderbaube, wo Tank und Reserverad leicht zugänglich unter-gebracht sind, laßt sich noch einiges Gepäck verstauen. Die Rücklehnen der breiten, bequemen und gut gepolsterten Vordersitze lassen sich nach vorne umlegen. Auf der rückwärtigen Bank haben notfalls 3 nicht zu starke Personen Platz. Ansonsten ist die Innenausstattung für unsere Begriffe ausreichend, aber ebensowenig luxuriös wie das schlichte, zweckmäßige Äußere, das leicht zu reinigen ist und keiner großen Pflege bedarf. Es fragt sich allerdings, ob man nicht zumindest für den Export auch ndch eine etwas elegantere Aufmachung schaffen sollte, um mit ausländischen Fabrikaten besser konkurrieren zu können.

Über die Güte und Leistungsfähigkeit des Volkswagens braucht man nicht viele Worte zu verlieren; selbst bei der Besatzungsmacht und im Ausland erfreut er sich mit vollem Recht großer Beliebtheit. Er ist wendig, flink, berg- freudig, sparsam, sehr anspruchslos, bequem und wirklich außerordentlich praktisch. Der derzeitige Preis von DM 5 300.— (in der Schweiz Fr. 6350.—) für die Limousine des Typ 11 entspricht den wesentlich gestiegenen Produktionskosten, durch die ja auch alle übrigen Kraftfahrzeugpreise — nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland —eine wesentliche Steigerung erfahren haben. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes kanu man vom fachmännischen Standpunkt aus auch heute  noch behaupten, daß der Volkswagen preiswert  ist, deun es kommt nicht nur auf die Anschaffungs, sondern auch sehr wesentlich auf die Unterhaltungskosten an, die selbstverständlich unter Berücksichtigung des gebotenen hoben Gebrauchswertes beurteilt werden müssen.

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